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Körper & SinneDeutsch

Lenas rote Decke

Am Ende der Straße stand ein kleines gelbes Haus mit einem schiefen Dach. Dort wohnte Lena.

Lena hatte eine Kuscheldecke. Sie war weich wie ein Kätzchen und roch nach Sonne. Ohne die Decke konnte Lena nicht einschlafen, das wusste jeder im Haus.

Heute Abend war die Decke weg.

„Mama, meine Decke ist verschwunden!“, rief Lena.

„Dann such sie“, sagte Mama. „Ich helfe dir beim Leuchten.“ Sie gab ihr die Taschenlampe.

Lena suchte unter dem Bett. Nur eine Socke. Sie suchte im Wäschekorb. Nur ein Handtuch. Dann hörte sie etwas.

„Pfff-pfff-pfff.“

Lena blieb stehen. Das Geräusch kam aus dem Flur, aus der dunklen Ecke neben dem Schrank. Die Ecke mochte sie nicht. Sie ging immer ein bisschen schneller daran vorbei.

„Pfff-pfff-pfff.“

Lena holte tief Luft. Sie lief nicht weg. Sie ging einen kleinen Schritt, dann noch einen. Das Licht der Taschenlampe wackelte.

Da sah sie einen Zipfel, und der war rot.

Sie zog daran. Die Decke kam heraus, und mit ihr kam Murmel, die dicke Hauskatze. Murmel hatte sich zusammengerollt und schnurrte laut. „Pfff-pfff-pfff.“

„Murmel!“, sagte Lena und lachte. „Du schnarchst ja wie ein kleiner Zug!“

Murmel blinzelte. Sie wollte ihren Platz nicht hergeben. Das war ihr warmes Nest, und sie hatte ihn sich selbst ausgesucht.

Lena überlegte. Dann breitete sie die Decke über sich und über die Katze. Es war genug Platz für zwei.

Mama machte das Licht aus. In der Ecke war es jetzt gar nicht mehr dunkel, nur warm. Und Murmel schnurrte, pfff-pfff-pfff, bis Lena die Augen zufielen.