Tiere & NaturDeutsch
Der kleine Igel
„Ich brauche Laub, ganz viel Laub!“, sagte Pit der Igel und schnupperte in die kalte Abendluft.
Heute Nacht sollte es richtig frostig werden. Pit wollte sich unter der Hecke ein weiches Nest bauen. Das Laub lag aber drüben am Gartentor, in einem großen, raschelnden Haufen.
Pit nahm ein Blatt ins Maul und trippelte los. Huschhusch, da pustete der Wind es ihm weg. Er nahm ein zweites. Husch, weg auch das.
„Dann schiebe ich es eben“, murmelte Pit. Er schob mit der Nase einen kleinen Berg Blätter vor sich her. Der Berg wurde breit, kippte und flog auseinander.
Auf dem Haufen saß eine Amsel und hackte in der Erde.
„Darf ich Laub nehmen?“, fragte Pit.
„Nimm, so viel du willst“, sagte die Amsel. „Ich suche nur Würmer.“
Pit seufzte. Er setzte sich mitten ins Laub. Da musste er niesen, ganz laut: „Hatschi!“ Er kullerte rückwärts, einmal rund herum, und blieb liegen.
Etwas kitzelte ihn am Rücken. Pit drehte den Kopf. Auf jedem seiner Stacheln steckte ein Blatt!
„Oh“, sagte Pit. „Das geht ja!“
Er rollte sich noch einmal durch den Haufen. Und noch einmal. Dann stand er auf, ein dicker, brauner Laubball auf vier kleinen Füßen. Bei jedem Schritt raschelte es.
Die Amsel lachte so sehr, dass ihr der Wurm aus dem Schnabel fiel. „Ein laufender Laubhaufen!“
Pit marschierte zur Hecke. Dort schüttelte er sich, und alle Blätter fielen in die Mulde. Er drehte sich zweimal im Kreis und kuschelte sich hinein.
Hinter der Mauer begann der Bienenstock leise zu summen, ein langes, tiefes Brummen, wie ein Wiegenlied. Pits Nase wurde ganz warm, und das Laub knisterte noch einmal, bevor es still wurde.