Zum Inhalt springen

Körper & SinneDeutsch

Mia und der Summ-Hügel

Mia saß auf ihrem blauen Töpfchen und hielt den Teddy fest im Arm. Draußen fing es an zu regnen. Der Hügel hinter dem Haus begann leise zu summen, wie jedes Mal, wenn es regnete. Mmmmm.

„Jetzt mache ich es allein“, sagte Mia. „Heute klappt es.“

Sie wollte nicht mehr in die Windel. Sie wollte ein großes Mädchen sein, mit einem Töpfchen, das nur ihr gehörte.

Sie wartete. Und wartete. Der Regen tropfte ans Fenster. Nichts passierte.

„Vielleicht hilft Aufstehen“, murmelte Mia. Sie stand auf, hüpfte dreimal und setzte sich wieder hin. Nichts.

Papa steckte den Kopf zur Tür herein. Er hatte Mehl an der Nase, weil er Brot buk. „Soll ich dir helfen?“, fragte er.

„Nein“, sagte Mia. „Ich mache es allein.“

„Gut. Ich muss sowieso zum Teig.“ Und weg war er.

Mia seufzte. Sie drückte und schaute böse auf das Töpfchen. Das half nicht.

Da hörte sie den Hügel summen. Mmmmm. Es klang tief und weich, wie eine Katze auf dem Schoß. Mia merkte, dass ihre Schultern ganz hoch gezogen waren, so hoch wie bei einem Igel. Sie ließ sie fallen. Sie atmete aus und summte mit. Mmmmm.

Sie summte, und der Regen trommelte, und ihr Bauch wurde warm und locker.

Plötzlich plätscherte es. Pling, pling, plitsch!

Mia riss die Augen auf. Im Töpfchen glänzte es gelb.

„Papa!“, rief sie. „Papa, ich habe es geschafft! Allein!“

Papa kam angerannt, mit weißen Händen. „Das hast du ganz allein gemacht“, sagte er.

Mia hielt den Teddy hoch, damit er auch gucken konnte. Dann kicherte sie, denn Papa hatte einen Mehlfleck auf ihre Wange getupft.

Draußen summte der Hügel weiter. Mmmmm. Der Regen wurde leiser, und der Teddy auf Mias Schoß sah zufrieden aus.