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Tiere & NaturDeutsch

Lotta und die Marienkäfer-Wiese

Lotta wollte so gern einen Marienkäfer auf der Hand haben. Nur einen einzigen.

In Omas Garten gab es Hunderte. Sie saßen auf den Rosen, auf den Bohnen und auf dem Gartenzaun. Aber sobald Lotta die Hand ausstreckte, flogen alle davon. Fff!

„Bleibt doch!“, rief Lotta.

Am Zaun stand der alte Hohlklotz, in dem man alles hörte, was eine Stunde vorher gesagt worden war. Lotta fand das ganz normal. Sie lehnte sich daran und lauschte. Zuerst kam Omas Stimme: „Ich gieße die Bohnen.“ Dann ein Brummen. Dann Omas Lachen.

Lotta versuchte es mit leisen Schritten. Die Käfer flogen trotzdem weg.

Sie versuchte es mit stillem Stehen. Ihre Nase juckte. „Hatschi!“ Fff! Wieder alle weg.

Da setzte sich Lotta ins Gras und seufzte. Ihr Finger lag ganz ruhig auf dem Knie.

Und plötzlich krabbelte etwas darüber. Rot. Mit sieben Punkten.

Lotta hielt den Atem an. Der Käfer lief den Finger hinauf, bis zur Spitze, und blieb sitzen.

Warum gerade jetzt? Lotta überlegte. Vorhin hatte sie nicht gewartet. Sie hatte nicht gegriffen. Sie hatte nur dagesessen und traurig geseufzt.

Sie sagte ganz leise: „Du darfst bleiben.“

Der Käfer klappte die Flügel auf und wieder zu. Er blieb.

Da fiel ihr noch etwas ein. Oma hatte gesagt, sie solle ihr die Bohnen zeigen, wenn sie einen Käfer fände. Das war ein Versprechen. Aber Lotta rührte sich nicht.

Der Hohlklotz am Zaun brummte plötzlich in Omas Stimme: „Ich gieße die Bohnen.“ Und Lotta kicherte. Der Käfer wackelte kurz mit den Fühlern.

Dann saßen sie beide still da, und die Sonne wärmte Lottas Finger, bis er ein bisschen kribbelte.