Tiere & NaturDeutsch
Mika und der Sternenfisch
Mika war ein Wal, und er war der einzige Wal, der nachts leuchtete. Auf seinem Rücken saßen kleine helle Punkte, wie Zuckerkörner auf einem Kuchen.
Jeden Abend schwamm Mika nach oben und sah die Sterne am Himmel. Er wollte einen Stern berühren, nur ein einziges Mal. „Heute klappt es“, sagte er.
Er hob die Nase aus dem Wasser. Der nächste Stern war ganz weit weg.
„Dann springe ich eben“, sagte Mika. Er tauchte tief, nahm Schwung und flog hoch aus dem Meer. Platsch! Er fiel zurück. Das Wasser spritzte bis zu den Wolken.
Ein kleiner Krebs auf einem Stein sah zu. Er hatte seinen eigenen Grund, hier zu sein, denn er suchte Muscheln für sein Abendessen. „Du bist nass geworden“, sagte er. „Ich muss weiter.“ Und er klapperte davon.
Mika versuchte es noch einmal. Er sprang höher. Platsch! Wieder nichts.
Da sah er etwas im Wasser. Dort unten funkelte ein Stern, mitten im Meer, ganz still. Mika schaute nach oben, dann nach unten. Oben ein Stern. Unten ein Stern.
„Die Sterne sind im Wasser!“, flüsterte er.
Er schwamm ganz langsam und leise. Er machte keine Wellen. Das Meer lag glatt wie ein Spiegel, und der Himmel lag darin.
Mika schob seine Nase sanft in das Funkeln. Es wurde ganz kurz weich und kitzelte. Der Stern zerfloss in lauter kleine Ringe und setzte sich wieder zusammen.
„Hihi“, machte Mika, und seine Nase prustete einen Schwarm Blasen.
Er legte sich auf den Rücken. Über ihm hingen die Sterne, unter ihm schwammen die Sterne, und auf seinem Rücken leuchteten seine eigenen Punkte dazwischen.
Der Krebs kam zurück, einen Bauch voller Muscheln. „Du leuchtest ja genauso“, sagte er.
„Ja“, sagte Mika leise. Das Wasser schaukelte ihn hin und her, und die Sterne schaukelten mit.