Tiere & NaturDeutsch
Pip und der Sockenberg
Im Hinterhof stand ein alter Korb, und in dem Korb lag ein Berg aus Wollsocken.
Auf dem Berg saß Pip, ein kleiner Hundewelpe mit großen Ohren. Pip wollte ein Kuscheltier haben, ein eigenes, nur für die Nacht. Die anderen Hunde im Haus hatten alle eins. Pip hatte nur die Socken.
„Eine Socke ist kein Kuscheltier“, sagte Frau Brandt, die gerade die Wäsche aufhängte. „Aber such dir ruhig eine aus, wenn du magst.“ Dann ging sie ins Haus, denn der Kuchen im Ofen brauchte sie.
Pip zog an einer roten Socke. Der ganze Berg rutschte mit. Plumps! Pip lag unter Wolle.
„Das war nichts“, dachte Pip. „Ich probiere es anders.“
Pip biss in eine grüne Socke und schüttelte sie hin und her. Die Socke flog über den Zaun. Weg war sie.
„Das war auch nichts“, dachte Pip. Die Ohren hingen schlaff herunter.
Da hörte Pip etwas. Ein leises Quieken kam aus dem Berg. Quiek, quiek.
Pip stupste mit der Nase eine gelbe Socke an. Sie wackelte. Pip stupste noch einmal, ganz vorsichtig. Da streckte ein kleiner Igel den Kopf heraus.
„Ich habe hier geschlafen“, sagte der Igel. „Es war schön warm. Bitte nimm mir meine Socke nicht weg.“
„Nein, nein“, sagte Pip. „Ich suche etwas zum Kuscheln.“
Pip sah sich um. Die rote Socke lag noch neben dem Korb, ganz weich. Pip schnupperte daran. Sie roch nach Seife und Sonne.
Pip hatte eine Idee. Pip machte einen Knoten in die Socke, dann noch einen. Jetzt hatte sie einen runden Kopf und zwei lange Arme.
„Das sieht aus wie ein Hase!“, sagte der Igel.
Pip nickte und trug den Sockenhasen ins Körbchen. Der Igel kuschelte sich wieder in seine gelbe Socke.
Die Sonne ging unter. Im Korb war es still, nur der Igel quiekte ein bisschen im Schlaf. Quiek, quiek.
Pip legte den Kopf auf den Sockenhasen und seufzte tief.