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Gefühle & EmotionenDeutsch

Die Mühle am Teich

„Darf ich mitspielen?“, flüsterte Nele.

Aber niemand hörte sie. Am Teich ließen drei Kinder bunte Papierboote schwimmen. Nele hatte auch eins in der Hand, ein gelbes. Sie wollte so gern mitmachen. Doch ihre Stimme war wieder ganz klein geworden, wie ein Krümel.

Nele versuchte es noch einmal. Sie ging näher heran und sagte: „Hallo.“ Das Wort fiel ihr einfach ins Gras. Ben, der Größte, schaute nur auf sein rotes Boot.

Da hatte Nele eine andere Idee. Sie setzte ihr gelbes Boot ins Wasser und gab ihm einen Schubs. Es sollte zu den anderen schwimmen. Aber der Wind drehte es herum, und es trieb ins Schilf. Dort blieb es stecken.

Nele setzte sich ins Gras. Ihr Gesicht wurde heiß. Sie schaute nicht mehr auf den Teich. Sie schaute zur Mühle am Hügel.

Die Flügel drehten sich langsam. Doch Nele sah genau hin. Die Mühle drehte sich rückwärts! Immer, wenn die Kinder auf ihre Boote schauten, ging sie falsch herum. Das machte sie ja immer, wenn keiner hinsah. Das wusste jedes Kind im Dorf.

Nele merkte, wie ihr Lachen aufstieg. Es kitzelte im Bauch. Sie holte tief Luft.

„Die Mühle!“, rief sie. Es kam lauter heraus, als sie gedacht hatte. „Dreht euch um! Schnell!“

Die drei Kinder fuhren herum. Knarr! Die Mühle zuckte und drehte sich sofort vorwärts, als wäre nichts gewesen.

„Ertappt!“, rief Ben und lachte. „Du hast sie fast erwischt!“

„Ich schaue gern ganz still“, sagte Nele. Ihre Stimme war noch ein bisschen wackelig, aber sie war da.

Ben holte einen langen Stock und fischte ihr gelbes Boot aus dem Schilf. Dann setzten alle vier ihre Boote nebeneinander aufs Wasser. Das gelbe, das rote und zwei blaue.

Der Wind blies leise. Die Boote schaukelten Seite an Seite, und hinter ihnen drehte die Mühle sich vorwärts, ganz brav, weil jetzt alle zu ihr schauten.