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Kleine PremierenDeutsch

Das rote Rad und der Leuchtturm

Mia schob ihr Rad den Weg entlang und blieb am Anfang stehen. Es war rot und hatte eine kleine Klingel. Bis zum Leuchtturm wollte sie fahren, ganz allein, ohne dass Papa hinten festhielt. Das Fahrradfahren lernte sie schon seit drei Tagen.

„Los geht's", sagte sie und setzte sich auf den Sattel.

Das Rad wackelte nach links. Mia stellte den Fuß auf den Boden. Es wackelte nach rechts. Wieder der Fuß.

„Ich kippe immer um", sagte sie.

„Du übst nur", sagte Papa. Er stand mit der Gießkanne neben dem Weg, denn die Tomaten hatten Durst. „Probier es noch einmal."

Mia probierte es. Wackel, wackel, Fuß. Sie probierte es schneller. Wackel, wackel, Fuß. Sie probierte es langsamer. Das war am schlimmsten.

Da hörte sie ein Quaken. Eine dicke Ente watschelte über den Weg, zum Teich. Sie hatte es sehr eilig. Und sie ging ganz gerade, kein bisschen schief.

Mia sah genau hin. Die Ente schaute nicht auf ihre Füße. Sie schaute zum Teich.

„Aha", flüsterte Mia. „Sie guckt nur nach vorn."

Sie setzte sich aufs Rad und hob den Kopf. Weit hinten am Weg stand der Leuchtturm, weiß und schmal wie eine Kerze. Mia sah nur ihn an und trat in die Pedale. Das Rad rollte. Es rollte ein Stück geradeaus, bis zum Zaun.

„Ich fahre!", rief sie.

Dann wackelte es doch, und sie plumpste ins Gras. Aber sie lachte, stand auf und stieg wieder auf. Kopf hoch, Leuchtturm ansehen, treten. Diesmal rollte das Rad noch weiter.

Am Teich klingelte sie. Ring-ring! Die Ente guckte sich um und platschte ins Wasser.

Mia bremste und stellte beide Füße auf die Erde. Hinter ihr kam Papa gelaufen, die Gießkanne in der Hand. Das Wasser schwappte heraus. Die Räder drehten sich noch leise, tick, tick, tick, und der Abendwind roch nach Tomaten.