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Kleine PremierenDeutsch

Mia und der blaue Pilz

Mia fand im Hafen einen Pilz, der blau leuchtete. Er wuchs zwischen zwei Steinen am Ende des Stegs. Er war klein und rund und sah aus wie ein Mützchen für eine Maus.

Mia stand mit ihrem Eimer da und staunte. Jeden Tag aß sie Brot mit Butter. Nur Brot mit Butter. Heute wollte sie etwas Neues probieren, und zwar die Suppe, die Opa Karl auf seinem Boot kochte. Sie roch nach Zwiebeln und nach etwas, das Mia nicht kannte.

Aber zwischen Mias Steg und Opas Boot lag ein Spalt. Er war so breit wie ein Tisch. Das Wasser schwappte darunter, platsch, platsch.

„Ich springe“, sagte Mia. Sie nahm Anlauf. Dann blieb sie stehen. Zu weit.

Sie versuchte es anders. Sie suchte ein Brett. Doch das Brett war kurz und plumpste ins Wasser.

Mia setzte sich hin und sah den Pilz an. Er leuchtete still. Da bemerkte sie, dass die kleinen Boote im Hafen sich bewegten. Das Wasser schob sie hin und her, und jedes kam dem Steg einmal ganz nah.

„Aha“, flüsterte Mia. „Ich warte.“

Sie wartete. Das rote Boot kam näher. Und noch näher. Jetzt! Mia stieg mit einem großen Schritt hinein. Das Boot wackelte, und sie lachte. Vom roten Boot waren es nur noch ein kleiner Schritt und ein Hüpfer bis zu Opas Boot.

„Na, wen haben wir denn da?“, sagte Opa Karl.

„Ich möchte deine Suppe probieren“, sagte Mia.

Opa füllte einen Becher. Mia pustete. Sie nahm einen kleinen Schluck. Warm war es, und ein bisschen süß.

„Mehr“, sagte sie.

Draußen schaukelte das rote Boot leise hin und her, und am Steg leuchtete der blaue Pilz.