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Kleine PremierenDeutsch

Ein Besuch beim Kinderarzt — eine Gutenachtgeschichte

Das Gartentor knarrte eine kleine Melodie, und Ben knarrte sie leise mit: „Di-di-düü." Dann schob er das Tor ganz auf, denn heute war er beim Kinderarzt an der Reihe.

Hoppel, sein Stoffhase, saß unter seinem Arm. Ben wollte etwas ganz Bestimmtes. Er wollte, dass Doktor Amsel ihm sein Herz abhörte, und dann wollte er es selbst hören. Aber das ging nur, wenn er stillsaß. Beim letzten Mal hatte er so gekichert, dass es nicht klappte.

Im Zimmer rieb Doktor Amsel das runde Metall an seinem Ärmel warm. „So, Ben. Jetzt bitte mucksmäuschenstill."

Ben hielt die Luft an. Sein Gesicht wurde rot wie ein Apfel. Dann machte er „Pfffft" und kicherte.

„Ich will dein Herz hören, nicht deine Luft", sagte Doktor Amsel und lächelte.

Ben versuchte es noch einmal. Diesmal presste er die Lippen zusammen und zählte bis zehn. Aber das Metall kitzelte, er zappelte, und Hoppel rutschte von der Liege. Plumps.

Doktor Amsel hob den Hasen auf und setzte ihn auf den Stuhl. „Der kann gleich dran sein."

Ben seufzte. Da hörte er durchs offene Fenster das Tor knarren: Di-di-düü. Ein anderes Kind kam an.

Ben schloss den Mund und summte die Melodie ganz tief, ohne Ton nach draußen. „Mmm-mm-mmmm." Sein Bauch wurde warm und ruhig, wie bei einer schnurrenden Katze. Das Zappeln war weg.

„Pssst", flüsterte Doktor Amsel. „Da ist es ja."

Er steckte Ben die zwei weichen Hörer in die Ohren. Ben staunte. Tief in seiner Brust ging es: bumm-bumm, bumm-bumm, bumm-bumm.

Er summte weiter, und das Herz klopfte mit.

Draußen knarrte das Tor noch einmal sein Lied. Hoppel saß auf dem Stuhl und wartete. Und in Bens Ohren ging es immer weiter: bumm-bumm, bumm-bumm.