Jahreszeiten & WetterDeutsch
Mia und das Fenster
Mia hörte ein leises Tick, Tick am Fenster. Sie sprang aus dem Bett und lief in ihren Socken hin.
Draußen fiel etwas Weißes vom Himmel. Es war der erste Schnee!
„Mama, Papa, Schnee!", rief Mia. Aber das Haus blieb still. Beide schliefen noch.
Mia wollte den Schnee fangen, bevor er wieder fort war. Sie rannte zur Haustür. Die Tür klemmte und ging nicht auf. Sie zog und zog. „Tick, tick", machte der Schnee am Fenster, als würde er lachen.
Mia dachte nach. Dann holte sie ihren Becher aus der Küche und hielt ihn aus dem Küchenfenster. Aber das Fenster ging nur einen Spalt auf. Der Becher passte nicht hindurch.
„Was mache ich nur?", flüsterte sie.
Da sah sie auf dem Fensterbrett eine einzelne Flocke. Sie war durch den Spalt geweht. Mia hielt den Atem an. Die Flocke war ganz klein und ganz weiß, und sie lag still wie ein Stück Zucker.
„Du kommst zu mir?", flüsterte Mia.
Sie hielt den Löffel hin und schob die Flocke vorsichtig darauf. Doch schon war sie weg. Auf dem Löffel blieb nur ein Tropfen.
Mia kicherte. „Du bist ja Wasser geworden!"
Da hatte sie eine Idee. Sie legte ihre Hand flach auf das kalte Fensterbrett und wartete. Eine Flocke wehte herein. Noch eine. Und noch eine. Sie landeten auf ihren Fingern, kitzelten ein bisschen und schmolzen.
Mia holte tief Luft. „Mama, Papa!", rief sie, so laut sie konnte. „Kommt schnell! Der Schnee kommt zu uns!"
Im Flur knarrte es. Schritte kamen näher, und die Tür ging auf.
Mia hielt die Hand ins Licht. Auf ihrem Finger saß eine Flocke und glitzerte.
„Tick, tick", machte das Fenster.