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Jahreszeiten & WetterDeutsch

Der Regenbogenstiefel

Mitten in der Pfütze lag ein einzelner gelber Stiefel, und er war ganz leer. Pia entdeckte ihn gleich nach dem Frühstück vor der Haustür.

„Ein Stiefel ohne Fuß!", sagte sie. „Ich nehme ihn mit."

Pia wollte heute eigentlich in den Garten. Ihr Papierboot war fertig, und sie hatte ihm den ganzen Morgen einen Namen gegeben: Flitz. Aber der Regen trommelte schon seit dem Aufwachen aufs Dach. Plitsch, platsch, plitsch. Und Opa, der sonst jeden Tag zum Spielen kam, war verreist. Der Tag fühlte sich lang an, so lang wie ein Gummiband.

Pia setzte Flitz in den gelben Stiefel. Das Boot passte hinein. Sie stellte den Stiefel in die große Pfütze, doch er kippte um. Flitz schwamm davon und blieb im Gras hängen.

„Hm", sagte Pia.

Sie versuchte es noch einmal. Diesmal legte sie einen Stein in den Stiefel. Er stand gerade, aber er sank bis zum Rand und wollte nicht fahren.

Da hörte sie ein Quaken. Ein kleiner Frosch hüpfte auf den Stiefel, setzte sich auf den Rand und sah sie an, als wäre es sein Stiefel.

„Der gehört wohl dir?", fragte Pia.

Der Frosch quakte nur und blieb sitzen.

Pia sah genau hin. Der Stiefel stand jetzt gerade, und er sank kaum. Der Frosch war ja schwer genug, damit er nicht kippte! Aber der Stein war zu viel gewesen.

„Ich hab's!", rief Pia. Sie nahm den Stein heraus und setzte Flitz hinein. Dann gab sie dem Stiefel einen sanften Schubs.

Der Stiefel fuhr los, mit dem Frosch am Rand und dem Boot im Bauch. Eine Welle nach der anderen kräuselte sich um ihn. Plitsch, platsch, plitsch.

Pia hockte sich an den Rand der Pfütze und sah zu. Der Frosch quakte laut und stolz, und Pia lachte, bis ihr der Regen warm vom Kinn tropfte.