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Jahreszeiten & WetterDeutsch

Lotta und das Samenkorn

„Plopp!", machte es im Beet.

Lotta hob den Kopf. Neben ihrem Fuß war ein kleines braunes Samenkorn aus der Tüte gefallen. Es lag auf der Erde und rührte sich nicht.

„Na warte", sagte Lotta. „Du kommst in dein Bett."

Lotta wollte eine Sonnenblume. Eine so große, dass sie sich darunter verstecken konnte. Das hatte sie Oma versprochen, und Oma goss gerade die Tomaten am Zaun.

Lotta machte ein Loch mit dem Finger. Sie legte das Korn hinein und schob die Erde darüber. Dann klopfte sie leise darauf.

„Wachs, Samenkorn, wachs", flüsterte sie.

Sie wartete. Nichts geschah.

Sie wartete noch ein bisschen. Wieder nichts.

„Es hört mich nicht", sagte Lotta. „Es liegt zu tief."

Also grub sie das Korn wieder aus. Sie legte es ganz flach hin, fast oben auf die Erde. „Wachs, Samenkorn, wachs."

Da kam eine Amsel. Sie hüpfte näher, den Kopf schief, und pickte nach dem Korn. Die Amsel wollte nur ein Frühstück.

„Nein!", rief Lotta und klatschte in die Hände. Die Amsel flatterte auf den Zaun und schimpfte.

Lotta setzte sich hin und dachte nach. Zu tief war nicht gut. Zu flach war auch nicht gut. Sie sah ihre Finger an. Das erste Loch war so tief wie ein Finger gewesen. Das war zu viel. Vielleicht nur bis zum ersten Gelenk?

Sie machte ein neues Loch, nur so tief wie das Fingerende. Das Korn legte sie hinein, die Erde kam darüber, und ein Handvoll Wasser aus der Gießkanne obendrauf. Es gluckerte leise.

„Gute Nacht, Samenkorn", sagte Lotta.

Die Amsel auf dem Zaun legte den Kopf schief. Sie sah nichts mehr, was sich zu picken lohnte, und flog davon.

Lotta blieb neben dem Beet sitzen. Die Erde war dunkel und warm. Oma kam, setzte sich dazu, und beide sahen auf die Stelle, wo nichts war.

Es roch nach nasser Erde und nach Tomaten. Irgendwo unten, ganz still, fing etwas an.