Zum Inhalt springen

Freundschaft & GüteDeutsch

Mia und der Wetterhahn

Mia wollte so gern einen Freund haben, einen, der mit ihr im Garten spielt.

Aber im Garten wohnte nur der alte Wetterhahn auf dem Schuppendach. Er drehte sich im Wind, und das war alles. In diesem Garten zeigte er nicht auf den Wind. Er zeigte auf das, was verloren war. Das wusste jedes Kind dort, und keiner fand es seltsam.

Mia setzte sich in den Schuppen. Er war voll mit Blumentöpfen, alle verschieden, große und kleine, rote und gelbe. Sie rief über den Zaun: „Hallo! Magst du spielen?" Niemand kam. Sie winkte dem Nachbarjungen zu, doch der trug gerade einen Eimer und sah sie nicht.

„Dann versuche ich etwas anderes", sagte Mia. Sie baute aus den Töpfen einen Turm. Der Turm wackelte, kippte und machte: Klirr-klirr-klonk! Alle Töpfe rollten durcheinander.

Mia seufzte. Da hörte sie über sich ein Quietschen. Der Wetterhahn drehte sich und zeigte auf die Hecke. Dort lag etwas verloren.

Mia lief hin und kroch unter die Zweige. Da saß ein kleiner Igel und hielt sich die Nase zu. Er hatte einen Blumentopf auf dem Kopf stecken, einen kleinen gelben.

„Ich suche meinen Hut", brummte der Igel. „Der ist weg."

„Der ist doch auf deinem Kopf", sagte Mia und musste kichern.

Der Igel fühlte nach. „Oh", sagte er. „Dann habe ich ihn gefunden. Danke!"

„Kommst du mit?", fragte Mia. „Ich will die Töpfe ordnen. Die kleinen nach vorn, die großen nach hinten. Alleine geht das so langsam."

Der Igel nickte, und sein Topf klapperte. Gemeinsam schoben sie alle Töpfe in eine Reihe. Klein, größer, noch größer. Der gelbe kam ans Ende.

„Jetzt sieht es aus wie eine Treppe", sagte der Igel.

Mia setzte sich auf die unterste Stufe, und der Igel setzte sich neben sie. Oben auf dem Dach drehte sich der Wetterhahn langsam, bis er auf nichts mehr zeigte. Es quietschte ein letztes Mal, dann war es still.