Familie & ZuhauseDeutsch
Mias Stiefel im Flur
Mia stellte ihren Stiefel vor die Tür und wischte noch schnell einen Krümel heraus. Heute war Nikolausabend. Sie wollte, dass der Stiefel ganz vorn stand, damit der Nikolaus ihn sofort sah.
„Du bist der schönste Stiefel“, flüsterte sie.
Aber die Tür ging nicht auf. Draußen lag so viel Schnee, dass er sich dagegengedrückt hatte. Mia schob und schob. Nichts.
„Dann stelle ich ihn eben hier ab“, sagte sie und stellte den Stiefel auf die Fußmatte im Flur. Doch da stolperte Papa fast darüber und sagte: „Huch! Hier steht er im Weg, Mia.“
Mia dachte nach. Sie suchte einen Platz, wo der Nikolaus ihn sehen konnte und niemand darüber fiel. Ihr Blick wanderte nach oben. Über der Tür war ein kleines Fenster, und davor lag ein schmales Brett.
„Da!“, sagte sie.
Aber das Brett war zu hoch. Mia streckte sich, so lang sie konnte. Sie hüpfte. Der Stiefel rutschte ihr fast aus der Hand.
„Hüpf, hüpf, hüpf“, sagte Mia leise. „Das reicht nicht.“
Sie sah sich um. Da stand der kleine Hocker, auf dem sie sonst ihre Schuhe anzog. Mia schleppte ihn an die Tür. Sie kletterte hinauf, ganz vorsichtig, den Stiefel fest im Arm. Dann stellte sie ihn aufs Brett.
Der Stiefel wackelte kurz und stand still.
„Hüpf, hüpf, hüpf“, flüsterte Mia, aber nur noch ganz leise, und sie hüpfte nicht mehr.
Gerade da klopfte es von draußen. Dreimal. Tock, tock, tock. Der Schnee rutschte vom Türrahmen, und die Tür ging einen Spalt auf. Kalte Luft kam herein und roch nach Tannen.
Mia lag schon im Bett und hielt den Atem an. Im Flur raschelte etwas. Dann klang es, als würde jemand ganz leise lachen.
Und im Dunkeln stand der Stiefel hoch auf dem Brett, mit einer Nuss, die über den Rand lugte.