Familie & ZuhauseDeutsch
Opas Hupe vor dem Haus
Es hupte zweimal vor dem Haus. Tuut, tuut! Mia ließ den Löffel fallen und rannte zum Fenster.
"Opa kommt!", rief sie.
Mia wollte Opa eine Höhle zeigen. Sie sollte so groß sein, dass sie beide hineinpassten. Aber das Wohnzimmer sah noch aus wie immer. Das Sofa stand da, die Kissen lagen da, sonst nichts.
"Ich baue schnell eine Höhle", sagte Mia. "Bevor er klingelt."
Sie schleppte ein Kissen herbei. Es rutschte weg. Sie nahm zwei Kissen und stapelte sie. Plumps, sie fielen um. Draußen schlug die Autotür zu.
"Das geht nicht", murmelte Mia. Dann sah sie die große Decke auf dem Sessel. Sie warf die Decke über den Tisch. Nun hatte sie ein Dach! Jetzt konnten die Kissen die Wände sein. Sie schob sie rundherum, eins, zwei, drei, vier, fünf, bis es dunkel und weich war wie in einem Nest.
Es klingelte.
"Komm rein, Opa!", rief Mia. "Aber such mich erst!"
Die Tür ging auf. Schwere Schritte kamen näher. "Wo ist denn das Mädchen?", brummte Opa. "Unter dem Sofa? Im Schrank?"
Mia kicherte leise.
Da blieben die Schritte stehen. Die Höhle wackelte. Eine Ecke der Decke hob sich, und Opas Nase schob sich herein.
"Aha", sagte er. "Da ist ein Eingang. Aber er ist zu klein für mich."
Mia überlegte. Sie schob ein Kissen zur Seite. Dann noch eins. Der Eingang wurde breit.
Opa kroch auf allen vieren hinein. Seine Knie knackten. Knack, knack! Er setzte sich neben Mia, und die Decke legte sich ihm auf den Kopf wie ein Hut.
"Eine gute Höhle", sagte Opa.
Mia lehnte sich an seine Jacke. Sie roch nach Regen und nach Pfefferminz. Draußen tickte die Uhr, und in der Höhle war es ganz still und warm.