Familie & ZuhauseDeutsch
Der kleine Igel mit der Teekanne
Mika war ein kleiner Igel, und er hatte eine Teekanne, die für jeden ein anderes Lied pfiff. Für Mama pfiff sie ein langsames Lied. Für Papa pfiff sie ein hüpfendes. Für Mika pfiff sie ein Lied wie ein Kullern.
Heute zogen sie um. Der Wagen stand vor der Haustür, und alle Kisten waren schon drin. Mika wollte nur eins: Die Teekanne sollte mit ihm auf dem Schoß fahren, ganz sicher und ganz nah.
Aber die Kanne war weg.
„Sie war doch eben noch hier", sagte Mika. Er schaute unter den Tisch. Er schaute ins Regal. Nichts.
Da hörte er es. Ein leises Pfeifen, wie ein Kullern. Es kam aus dem Garten.
Mika lief hinaus. Da stand die Kanne im Gras! Er sprang hin, aber sie rutschte weg. Pfff-pfff, ein Stückchen weiter. Er sprang noch einmal. Wieder rutschte sie weg.
„Bleib doch stehen", rief Mika. „Wir ziehen um!"
Er setzte sich hin und schnaufte. Er rannte nicht mehr hinterher. Er sah genau hin. Unter der Kanne wackelte das Gras. Etwas Kleines schob sie vorwärts.
Mika lachte leise. „Das ist ein Käfer!"
Ein Mistkäfer kam hervor. Er rieb sich die Fühler. „Entschuldige. Ich dachte, das ist ein Haus. Mein altes ist kaputt. Es hat so schön warm geduftet."
„Das ist kein Haus", sagte Mika. „Aber ich habe bald ein neues. Hast du Lust, mal zu pfeifen?"
Mika füllte die Kanne mit Wasser aus dem Gartenschlauch. Der Käfer beugte sich darüber. Die Kanne pfiff ein winziges Lied, ein Tippeln auf sechs Füßen.
„Das ist meins?", flüsterte der Käfer.
„Das ist deins", sagte Mika. „Und jetzt gehört sie wieder mir."
Der Käfer fand ein leeres Schneckenhaus neben dem Zaun. Es war groß genug und es duftete nach Sonne.
Dann saß Mika im Wagen, die Kanne auf dem Schoß. Der Wagen ruckelte los. Und die Kanne pfiff leise, ein Lied wie ein Kullern, den ganzen Weg lang.