Zum Inhalt springen

Fantasie & WunderDeutsch

Die Tür im Apfelbaum

„Ich gehe zuerst nicht“, flüsterte Mika und hielt den Korb fest.

Mika war fünf. Heute sollte Mika der Oma Brot bringen, wie jeden Samstag. Der Weg führte am alten Apfelbaum vorbei. Aber heute stand mitten im Stamm eine kleine grüne Tür. Sie war vorher nie da gewesen.

Neben Mika stand Pippa, die Katze der Nachbarin. Sie wollte nur ihre Maus suchen. Die Maus aus Stoff lag manchmal im Gras. Pippa schnupperte an der Tür und sah Mika an.

„Du willst auch wissen, was dahinter ist, oder?“, sagte Mika.

Pippa miaute nicht. Sie leckte sich die Pfote.

Mika klopfte. Nichts. Mika drückte an der Klinke. Nichts. Mika rief: „Hallo?“ Da hörte man ganz leise ein Kichern. Es kam von der anderen Seite.

Mika setzte sich ins Gras. Die Tür war so klein. Vielleicht musste man etwas anders machen. Mika sah auf den Korb. Das Brot roch warm und gut. Und da bemerkte Mika etwas: Die Tür hatte ein Loch, so groß wie ein Brötchen.

„Ich schiebe ein Stück Brot hindurch“, sagte Mika. „Dann merken sie, dass ich nett bin.“

Mika brach eine Ecke ab und schob sie ins Loch. Ping! Die Klinke sprang auf. Die Tür ging einen Spalt weit auf.

Dahinter blühte ein Garten. Eine blaue Blume öffnete sich gerade, und jede andere folgte, eine nach der anderen. Dazu machte es leise Plopp, Plopp, Plopp.

Pippa schlüpfte als Erste hindurch. Dort lag ihre Stoffmaus, mitten zwischen den Blumen! Pippa packte sie und lief zurück.

„Na gut“, sagte Mika. „Dann gehe ich als Zweite.“

Mika steckte den Kopf durch die Tür. Es duftete nach Honig. Ein winziger Mann mit Mütze winkte und knabberte schon am Brot.

„Danke fürs Anklopfen!“, rief er.

Mika lachte. Pippa saß im Gras und hielt die Maus fest. Und hinter der Tür machte es leise weiter: Plopp, Plopp, Plopp.