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Lotta und die Leiseleiter
"Pssst!", machte jemand hinter dem Regal.
Lotta blieb stehen. Sie hörte es ganz genau. Es kam von ganz oben in der Bücherei, wo die dicken Bücher standen. Lotta war heute zum ersten Mal allein mit Opa hier. Sie wollte ein Buch über Frösche ausleihen, mit einem grünen Umschlag, so wie sie es sich gemerkt hatte.
„Opa, hast du das gehört?"
Opa saß schon im Sessel und las Zeitung. „Ich höre nichts, Lotta. Such du ruhig."
Lotta ging auf Zehenspitzen näher. „Pssst!" Es war nur das Rascheln einer Seite. Aber da, im obersten Fach, leuchtete etwas Grünes. Der Frosch!
Lotta zog an der kleinen Leiter. Die Leiter quietschte. Quiiiek! Alle Leute im Raum drehten sich um. Lotta duckte sich und wurde ganz rot.
Sie versuchte es noch einmal. Diesmal hielt sie sich mit beiden Händen fest und stieg eine Stufe nach der anderen hoch. Quiiiek, quiiiek. Es half nichts. Das Buch war zu weit weg. Lotta reckte sich und reckte sich, aber ihre Finger berührten nur die Kante.
Da sah sie den langen Haken, der neben dem Regal an der Wand hing. Er sah aus wie ein Spazierstock mit einem Knick am Ende.
„Den nehme ich", flüsterte sie.
Vorsichtig schob sie den Haken hinter das grüne Buch und zog. Das Buch kippte, rutschte und fiel ihr direkt in die Arme. Plumps! Es war doch ein Buch über Frösche, mit einem Frosch auf dem Umschlag, der sie anlächelte.
Lotta hängte den Haken zurück. Dann kletterte sie hinunter, ganz langsam. Die Leiter machte kein einziges Geräusch.
Sie trug das Buch zu Opa und setzte sich auf seinen Schoß. Aus dem obersten Fach kam ein letztes, leises „Pssst".
Lotta schlug die erste Seite auf und lächelte zurück.