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Berufe & GemeinschaftDeutsch

Henne Frieda und das Körbchen

Frieda schob mit dem Schnabel Stroh zur Seite. Sie wollte ein Ei legen, ein ganz besonderes. Heute Morgen sollte es das Frühstück für alle auf dem Hof sein.

„Bock, bock, bock", sagte sie leise. „Nur noch ein bisschen."

Vor dem Hühnerstall wartete schon eine lange Schlange. Das Schwein stand da und die Ziege, dahinter die kleine Katze. Alle wollten ein frisches Ei.

„Ich habe Hunger", sagte das Schwein.

„Ich auch", meckerte die Ziege. „Wo bleibt das Ei?"

Frieda hob sich ein Stück hoch. Da lag es: rund und warm und hell. Aber wohin damit? Das Körbchen stand sonst immer an der Tür. Heute war es weg.

„Wer hat das Körbchen?", rief Frieda.

Keiner wusste es. Die Bäuerin hatte es gestern irgendwo hingestellt und nichts gesagt.

Die Schlange wurde unruhig. Das Schwein schnaufte. Die Ziege trat von einem Bein aufs andere.

Frieda probierte es zuerst mit ihrem Flügel. Das Ei rollte davon. Sie fing es gerade noch auf. Dann holte sie einen Eimer, aber der hatte ein Loch. Das Ei kullerte schon wieder.

„Bock, bock, bock", sagte sie. „Was nun?"

Da roch Frieda etwas. Es roch nach frischem Heu, und es kam aus der Ecke. Dort lag der große Heuhaufen, weich wie ein Kissen. Sie blickte hin. Etwas Rundes, Braunes schaute heraus. Ein Henkel!

Frieda zupfte mit dem Schnabel daran. Das Körbchen kam heraus, und die kleine Katze lag darin und schnurrte.

„Das ist mein Bett", miaute sie. „Heute Nacht war es kalt."

Frieda lächelte. Sie legte das Ei ins Heu im Körbchen, gleich neben die Katze. Die Katze rückte ein Stück zur Seite.

Das Ei lag still und warm. Alle in der Schlange schauten hin. Dann hörte man nur noch das Schnurren, leise wie ein kleiner Motor.